Sonntag, 23. März 2014

Latzhose in klassisch

...aus der Reihe "Schnittprojekte in der Pipeline". Diesen Schnitt habe ich letzten Sommer gebaut, ein ganz schlimmes Modell und ein Schönes genäht und irgendwie verpasst, eines davon je zu zeigen. Die tolle rot-weiß geringelte Latzhose habe ich wenige Wochen später tatsächlich verloren. Nein, ich weiß auch nicht, wie das sein kann. Ist aber Tatsache.
Auf der Handmade Messe in Braunschweig vor zwei Wochen entdeckte ich dann am Stand der Glücksmarie die allertollsten Streifenjeansstoffe jemals. Da musste ich mich gründlich eindecken, klar. Und so ein Streifenjeans, der schreit doch Latzhose.
Das war ein relativ aufwendiges Nähprojekt, deshalb müsst ihr eine Bilderflut über euch ergehen lassen:
 
Verstellbare Träger und klassischer Schnitt, mit allen Latzhosentypischen Details:
Zum Beispiel mit richtigen Latzhosenverschlüssen und Brusttasche am Latz. 
Wer hat denn da mal einen Tipp, wo, außer Stoffmarkt, ich solche Verschlüsse gut herbekomme? Am liebsten mit Schiebern, nicht wie hier zum klemmen.
 Seitlich mit den farbigen Druckknöpfen von Snaply verschlossen, echte Taschen sind ein Muss.
 Mittig mit abgestepptem Fakeschlitz...
 ...und die äußeren Nähte stilgerecht auseinander gebügelt, für den echten Jeanslook beim Krempeln.
 Von hinten mit Sattelartig angesetztem Oberteil und aufgesetzten Popotaschen...
 Die Taschen sind doppelt abgesteppt und oben mit Zickzackraupen gehen Ausreißen gesichert.
Hihi, sehr sinnvolle Maßnahme... Aber hübsch!
 Oben innen mit Belegen verstürzt. Der gleiche Stoff bildet die Eingrifftaschen, was man von außen dank Jeansbelegen im Eingriffbereich nicht sieht.
 Das Komplettoutfit mit neuem Lieblingsshirt aus Lillestoff.
Pssst, dessen Entstehung ich für das Ellenbogenflicken Tutorial geknipst hab!
 Den Sitz musste ich natürlich direkt abends noch testen, gefällt von vorne sehr. Der Rücken oben wird noch schmaler, dann bin ich sehr zufrieden.
Falls sich einer wundert, meine Kinder haben einen neuen Trend geprägt: Neonhaargummis am Handgelenk. Warum nicht...
Der Grundgedanke hinter dem Schnitt ist, dass er sozusagen die Strampelhose nach dem Babyalter ablöst. Die Hose ist ganz klassisch geschnitten und kommt so weniger Babymäßig daher. Diese Version in 86 ist zugegeben ziemlich aufwendig. Der Plan ist, die meisten Teilungen im Schnittmuster optional zu gestalten, sodass sich die Hose in simpel ähnlich fix nähen lässt wie die Strampelhose. Ich bin gespannt, ob das so hinhaut.
Die gerade geschnittenen Hosenbeine bieten sich auch besonders zum Kürzen an, im Hinblick auf den Sommer.
Was sagt ihr dazu?